Maestro Albert von Schönherr mit zwei Musen

Januar 19th, 2009


 Heute ist eine Diebesbande hier angekommen. Sehr amüsantes Grüppchen. Zwei ältere Frauen um die 50 und ein etwa 60 jähriger Mann, Typ Künstler oder Heiratsschwindler, der Übergang, den es da geben mag, erschien mir fließend . Und tatsächlich mietete er mit dem adeligen Namen von Schönherr sogleich den kleinen Musiksaal, wo er jeden Abend spielen werde und gerne Gäste zulasse, die sich an seinem Spiel erfreuen wollten. Das kündigte er gleich laut an, als rede er nicht nur mir dem Portier, der diese Nachricht freundlich und ehrerbietig aufnahm und sich notierte, sondern als richte er seine Botschaft auch noch an alle möglichen Leute, die zufälig am Lift standen und warteten oder auf dem Weg zur nahen Bar waren.

Die drei erweckten einen äußerst bunten, schier zirkushaften Eindruck, die beiden Frauen in theatralischen Roben mit Hüten aus dem vorletzten Jahrhundert, er in einem etwas zerknitterten hellen Anzug, wie ihn Südländer am Abend in der unwesentlich nachlassenden Hitze des Mezzogiorno tragen. Dabei war er eindeutig Deutscher, Norddeutscher, wenn mich nicht alles täuschte, der Anzug freilich aus bestem Tuch gefertigt einst und er trug dazu einen Shawl und einige kostbare Ringe an den Fingern, was alles seine Extravaganz und seine ausgesuchten romantischen Spleens betonte. Die Mähne, die er immer wieder aus der Stirne herauszustreichen hatte, damit sie ihm nicht wie Vorhang vor die Augen fiele, war ziemlich dicht noch für sein vorgerücktes Alter, leicht grau nur und an den Schläfen hatte er das Grau mit etwas Farbe zurückgedrängt, schien mir.

Sie bestellten sogleich etwas zu essen und verteilten sich nach der Bestellung und für die kurze Wartezeit übers Foyer, in die Toilettenräume und sonst wohin. Sie schienen sich gründlich  umzusehen, gaben sich quirlig und kontaktfreudig, grüßten und suchten Anknüpfungspunkte für alle Sorten von Gespräch, die es geben konnte. Das war das Indiz, das mir sagte, sie suchen die Anklammerung, die deutliche Beziehung, die den Verdacht, sie könnten anderes als Freundliches im Schilde führen, von vornherein zerstreute. Sie kamen dann rasch wieder zusammen und tauschten  erste Erfahrungen mit den Gegebenheiten hier im Hotel aus, lachten und rauchten, die Damen mit langen Zigarettenspitzen und er zündete sich eine wohlriechende Zigarillo an.

 

Sie hatten auch mich, da ich einen Augenblick zu lange an ihnen fest hing durch mein Erstaunen,  gleich im Auge, und ich suchte Deckung drum und wich in den nächsten Raum aus, wo ich mich hinter einer Zeitung versteckt hielt.

Ich war mir sicher, dass sie bald jeden Vorwand nützen würden, um mich anzusprechen, um irgendwie  herauszubekommen, wer ich sein könnte, ob ich etwa ein Hausdetektiv oder ein Vertrauter des Hauses wäre.

Ich nahm mir vor, die Gruppe einige Zeit zu beobachten und meinem Freund dem Hoteldirektor vorerst nichts zu erzählen von meinem Verdacht.

Ich würde aber, ein Viertelstündchen zu spät kommend, mir einen hinteren Platz sichern heute Abend schon, um dem Maestro zuzuhören bei seinem gewiss virtuosen Klavierspiel.  Das nahm ich mir jetzt  vor.

Weder hier noch da

Januar 6th, 2009

das Hotel hier bezeichnet den Standort jenseits von Stadt und Land. Ich wohne hier in keiner Stadt und nicht auf dem Land, sondern sozusagen außerhalb dieser Koordinaten. Zuletzt war die größere Stadt auch nichts anderes als mein Wohnort. Von den Strukturen der städtischen Gemeinschaft war ich kaum erreicht worden. ich sah sie zwar und verfolgte die Diskurse darin, die ähnlich wie  Dorfstrukturen funktionierten im Grunde, obschon die Stadt um die 200 000 Einwohner zählte und nicht jeder jeden kannte. Jeder aber kannte die Dorfoberen, die kleine Schar der Dorfprominenten und nahm diese fast so wichtig wie diese sich selbst.

Auch die tägliche Zeitung nahm das so wahr und wirkte neben dem Internet täglich noch mehr veraltet und vorgestrig, obschon das heutige Datum groß draufstand auf allem,was man da las und sah.

Eigentlich bemerkte ich das schon in der Großstadt Berlin, wo ich lange lebte, dass die Stadt ein Mythos im Vergehen ist. Es geht künftig eher um Regionen, in welchen das ehemalige Land Spazierflächen und ruhigere Wohnquartiere bereit stellt, auch Zug- Bus- und andere Verkehrsanschlüsse in die nächsten Städte neu ordnet und die größere Stadt die Verkaufsflächen komfortabel und parkplatzgünstig gestaltet. Die Institutionen sind überall im Verfallsprozess befangen, da die elektronischen Speicher und virtuellen Orte ihnen die Kompetenz und Relevanz streitig machen.  Es ist ein großer Umbruch im Gange, der die traditionellen Einteilungen der Topografie mit umstürzt, in eine neue Dimension hineinzieht, in welcher das Hotel als Ruhe- und Haltepunkt der mobilen Netze und Strukturen, zwischen Arbeits-und Erholungszwecken, eine neue Funktion erhält.

Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten, das Hotel wird Ort  neuer Planungen und Überlegungen, wir stehen ganz am Anfang damit. Dieses Hotel hier sucht ein Zufluchtsort jenseits des mainstreams zu werden, es will nicht allen alles bieten, sondern besondere Gäste anziehen, die hier dauerndes  Wohnquartier nehmen um von allen möglichen Verwaltungs-und sonstigen bürokratischen Regelungen befreit zu sein und jederzeit mobil zu werden ohne alles abbrechen zu müssen oder umziehen zu müssen etc.

Wer hier 4 Wochen auscheckt, um nach Hamburg oder nach Italien zu gehen, kann seine Utensilien in einen Lagerraum bringen lassen gegen geringe Kosten und alles wieder an Ort und Stelle im elben oder einem ähnlichen Appartement finden, wenn er zurückkehrt.

Er braucht auch für Ausflüge udn längere Ausfahrten kein eigenes Auto unterhalten, sondern kann sich jederzeit ein Auto hier des Hotels mieten, das bestens gewartet und ausgerüstet ist für jede Jahreszeit. Für mich , einen technisch nicht besonders interessierten Menschen,der seine Zeit, die weniger wird, das spüre ich ja täglich, anders nützen will als mit Gängen zu Ämtern und Diskursen mit Verwaltungsheinis, ist das eine gute Möglichkeit, die mich übrigens weitaus günstiger kommt als alle diese Wohnungskrämpfe mit Müll-Gas und sonstigen Gebühren, die ich zuletzt zu bestreiten hatte. Hier bezahle ich all dies pauschal, kümmere mich um nichts, sondern bin ganz auf mich selbst gestellt und frei. Ich kann auch selber kochen, wenn ich will, in meinem Appartment, selber einkaufen, aber auch  alles besorgen lassen, wie ich will. Das scheint mir eine passable  Zukunftsperspektive zu sein, die  der Direktor hier im Süden eröffnet hat und die bisher auch bezahlbar ist.

Bei Lichte

Dezember 26th, 2008

werden die Frauen bald erkennen, dass die Folgen ihrer teils dogmatisch betriebenen Emanzipation und Quotenpolitik für sie selbst nicht sehr  erfreulich sind. Sie haben es nämlich nicht verstanden, die besten unter sich auszuwählen und an die Spitze zu bringen, sondern im Gegenteil.. Sie waren also bei der Auswahl ihrer Führungselite nicht erfolgreicher und klüger als die Männer.

Von den Frauen, die jetzt das Sagen haben in der Öffentlichkeit, z. B. und am offensichtlichsten im Fernsehen und in allen Medien,  sind wenige überzeugend und überraschend. Abgesehen davon, dass sie meistens Männerriten wiederholen und keinen eigenen kreativen Stil entwickeln, sind sie rhetorisch meistens ganz schwach, sprachlich klischeehaft und insgesamt enttäuschend. Das fällt allen sofort auf, wenn man Wunschrunden zusammen  stellt, spaßeshalber, wenn man sagt, es wäre doch mal interessant, wenn Sloterdijk, Michael Stürmer, Broder und noch ein paar streitbare männliche Geister mit folgenden Frauen…welchen? Um Himmelswillen welchen denn?  Frau Nahles? Nein, sie näselt zu stark, bitte nicht..Frau Höhler ja gut, vielleicht ja, aber wer noch? Claudia Roth? Man stockt sofort, man will das nicht, man wünschte sich sofort stärkere Frauen, als da welche unter den Promis  sind? Man findet keine, die interessant genug wären, die versiert und geistreich reden könnten–stattdessen aber jede Menge rechthaberisch zänkische Anstandsdamen oder Dauerquasslerinnen wie die Schwarzer, die keinen zu Wort kommen lässt–oder die Heidenreich, die vor Moralkitsch trieft oder Ulknudeln, die man auch nicht aushält lange…  nein, die Selbst-Auslese bisher überzeugt keinen…

Die Frauenbotschaft hört ich wohl, allein mir fehlt der Glaube…

Paradigmenwechsel

Dezember 13th, 2008



 Es wird immer klarer, durch das Internet wird die Meinungsfreiheit verbilligt, unauffindbar, undefinierbar, jeder sagt alles, was aus ihm herauswill, eine Meinung haben ist wie Kotzen. Wie einen Champagner aus dem Supermarkt trinken.

Drum lohnt es sich nicht mehr, das Eigene zu äußern. Lieber fremde Meinungen, die unbekannte Freunde anlocken, vertreten. Ein Spiel im Dunkeln treiben, einen Wahnwitz von Sprache , in die alles hineingeht, pflegen.

So ungefähr wird die Zukunft aussehen, wie die kroatische Dichterin derzeit als Gästin des Goetheinstituts von Nowosibirsk berichtet. Dort existiert alles nebeneinander, der alte Lenin neben den Forschern und Erfindern neuer Computerspiele für Amerikaner. Der KGB wohnt im Wald weiterhin, während die Künstler Restaurants gründen für ihren Lebensunterhalt. Die Heizung freilich wird in Moskau zentral ein- und ausgeschaltet, je nach Haushaltserwägungen.

Sibirien kann warten, ist Kälte eh gewohnt.

Sogar einen deutschen Stammtisch gibt es, der in einer Pizzeria abgehalten wird. Ja so ist alles neu kombinierbar. Nichts das nicht passen könnte. Ein ehemaliger Terrorist leitet ein Nonnenkloster und ein Bankdirektor neuen Formats redigiert nebenher ein Teenagerblatt. Nichts ist unmöglich. Die Philosophie des Japaners Tojota schlägt überall ein.  

Schlüsselsuche

Dezember 9th, 2008

Denke über das Schicksal meines Schulkameraden Harald Nessels nach. Seit seinen Internatstagen, wo man ihn übel denunzierte und er gehen musste, hat er sich sein Leben lang nicht mehr gefangen. Er blieb trotz enormer Fähigkeiten vor den Toren der etablierten Gesellschaft, bekam immer wieder Almosen, halbe Stellen und Honorare, die ihm das Überleben sicherten und manchmal auch erlaubten, dass er die Schuldenberge ein Stück abtragen konnte, die im Laufe der Zeit immer höher wurden.  Zu seinem beruflichen Unglück kam das mit den Frauen, von denen er drei heiratete und sich von zweien wieder scheiden ließ, was zusätzliche nachhaltige Kosten verursachte in pekuniärer wie moralischer Hinsicht. Kinder hatte er auch, die ebenfalls nicht klug wurden aus seinem Schicksal, aus dem Missverhältnis seiner imponierenden, herausragenden Kompetenzen, seiner Bildung und auf der anderen Seite seiner Not, über die Runden zu kommen.  Eigentlich ein Romanstoff, zu dem ich freilich den Schlüssel noch nicht gefunden habe.

 


Ich traf ihn neulich zufällig, in altmodischer, etwas verschlissener Kleidung, alt geworden doch wach, hellwach. Er ließ einen bitteren Witz nach dem anderen vom Stapel, den er innerlich angelegt haben muss, dachte ich.  Er war misstrauisch, wollte einiges wissen von mir, stellte ein Frage nach der anderen, wirkte aber seltsam ruhelos. Jetzt da er doch auch allmählich ins Pensionsalter käme, aber daran sei gar nicht zu denken, er müsse arbeiten und malochen bis zum Grab. Das sei aber nicht

sein Problem, er sei eher froh darüber, vergleiche er sich mit den meisten der eingeschlafenen Typen seines Alters, die außer ein paar zahnlosen Hobbies, Krankheitserzählungen und faden Reisen nichts mehr zu bieten hätten.

Wie forciert und aggressiv er plötzlich werden konnte.  Er ist noch lange nicht am Ende, dachte ich … 

 

Henriettes Klage

Dezember 8th, 2008

schrieb heut an Frau Henriette Kaiser, wegen  Ihrer Klage, dass Sie einer Zwischengeneration  angehörte,  die keine Mentoren gehabt habe und deshalb zu kurz gekommen sei. Sie behauptete, die Jüngeren hätten  heute ein Aufmerksamkeit, die Sie nie bekommen hätte. Ich fragte Sie, was glauben Sie, wie lange haben die Jüngern dieses Privileg noch? Ich habe schon sehr viele von ihnen wieder untergehen gesehen. Auch von den Älteren waren einige für kurze Zeit sehr berühmt, wie die Elsner oder die Karin Struck und dann? Plötzlich ließ man sie fallen wortlos, keine Zeile erschien mehr über sie, die kurz davor noch ganze Seiten überall bekamen. Ich schrieb ihr auch, dass selbst Ihr Herr Vater zu diesen eifrigen Entdeckern vieler Emporkömmlinge gehört habe, aber das wisse wahrscheinlich nicht mehr.

Und die 68er, von denen sie behauptete, diese seien die anderen, die kurz vor Ihrem Erscheinen die ganze Aufmerksamkeit eingesammelt hätten und die älteren, also ihr Vater, der berühmt berüchtigte Feuilletonist und seine Freunde hätten eh das große Los gezogen , nach dem Krieg, da deren Konkurrenz sehr dünn gesät gewesen sei aufgrund der Kriegsverluste und die noch älteren hatten ihre Schuld abzutragen und genug mit  Rechtfertigungen, wegen ihrer Verstrickung in die braune Pest, zu tun gehabt.

Alle also hatten es  gut außer Sie und ihre Generation, fragte ich Sie. So klang das jedenfalls ein bisschen. Aber  Ihnen, schrieb ich,  geht es ja nicht schlecht, sie leben auf großem Niveau, Ihre Eltern, gut situierte Leute, ihr Vater Kritikerpapst bei der Süddeutschen und viel gefragter Professor, hat doch für sie gesorgt oder? Aber an Aufmerksamkeit an Pflege, an Begleitung ihrer kreativen Fähigkeiten hat es Ihnen gefehlt, sagen Sie.

Auch dieses Argument versuchte ich ihr zweifelhaft zu machen, indem ich ungefähr argumentierte, dass allenfalls  die 68er großes Glück und großen Gewinn hatte, die wie Joschka Fischer an die Macht wollten, die weniger den Ruhm für Kulturleistungen wie Sie Frau Henriette K. wollten, als vielmehr die pure Macht.

Die haben einige erreicht, einige von diesen machtgierigen 68ern säßen tatsächlich überall drin jetzt, seit Jahrzehnten bereits.

 Was aber ist mit den anderen oft, mit den echtesten 68ern, mit Uwe Nettelbeck etwa, geschehen, gab ich ihr zu bedenken. Möglicherweise kenne  sie den man nicht einmal mehr dem Namen nach. Dieser radikale geistreiche Mann aber habe sich mit Grausen von den Machenschaften seiner ehemaligen Mitkämpfer abgewandt,  

siedelte aus auf eine Insel im Atlantik und spottete von dort, von Zeit zu Zeit, zurück ins Land mit herrlichen Satiren auf den alten Wagenbach zum Beispiel, dessen  lächerliche Politik er verhöhnte, während die jüngeren den alten Schwätzer nicht oft genug in den Medien bringen und hören  könnten. Dieser Wagenbach komme mir mit seinen abgestandenen Histörchen  allmählich wie ein linker seniler Hindenburg vor, und gottlob sei man abgekommen davon für solche Volkshelden heute noch steinerne Denkmale zu errichten. 

 

Auch sei es ja nicht so, wie Frau Henriette meine, dass es in der Generation der Grass und Walser nicht genügend Leute gegeben habe, die ebenfalls unterdrückt und unter Wert gehandelt worden sind. Ich nannte das Beispiel Rudolf Lorenzen. Der doch als Schriftsteller um einiges interessanter ist bis heute  als Walser Grass und Co  und doch gab man ihm kaum eine Chance , auch ihr Vater der Kritiker, schrieb ich der Tochter Henriette Kaiser,  „übersah ihn ganz.  Oder denken Sie an den großartigen Lyriker Johannes Kühn, er musste zurückstehen, konnte keine Zeile veröffentlichen in dem eitlen Betrieb, wo andere mit politischen Kalauern zu höchsten Ehren gekommen sind. Ich erkläre ihr ein wenig die Zustände im kalten Krieg, wo politische Aufpasser hüben und drüben ihre politische Zensur ausübten und Genies wie Hans Henny Jahn beinah verhungerten, während gleichzeitig Hans Guck in die Luft Typen wie Enzensberger aus goldenen Schüsseln essen durfte und von Staatspräsidenten große Verdienstkreuze ans Revers geheftet bekamen. Und ich vergaß nicht auch hier wieder die wenig rühmenswerte Mitläuferrolle ihres Herrn Vaters zu erwähnen.

Ich erzählte ihr kurz die absurde Geschichte der sog. DDR Literatur, nach der heute kein Hahn mehr krähe. Ich erzählte ihr Vom Versagen der Kritik, die zu besten Zeiten der Literatur von berühmten, heute noch lesenswerten Juden geschrieben worden sei, und schloss mit trostreichen Worten, dass die innere Emigration, seit es sie geben musste, zuerst  im dritten Reich und während der Zeit der DDR Diktatur, auch bei uns in anderer Form bis heute existiere. Und es sie nicht das schlechteste sich ganz zurückzuziehen, nicht mitzuwirken an einem fehlerhaften Betrieb, sich von diesem auch nicht privilegieren zu lassen, denn er verende eh alle paar Jahre wieder und dazwischen habe man dann die Chance durch gewisse Freundschaften und Gemeinschaften auf einem Nebengeleis Flaschenposten aufzugeben für eine  bessere und empfindsamere Nachwelt, die es wunderlicher Weise und tatsächlich immer wieder gibt. 

 

 

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Fragment

November 20th, 2008

Wie ich aus der Universität herausgefallen bin, weiß ich gar nicht mehr genau, plötzlich fand ich mich an der Spitze einer Redaktion wieder, die auch noch nachts zu erledigen war  in einem Umfeld, das burschikos bis brutal zu nennen ist. Unter Deutschen im Ausland, das stellte ich mir einfacher vor, als es dann werden sollte. Denn ich wurde mir klar plötzlich, dass ich nie eine Karriere anstrebte, auch keine Festanstellung, dass ich nur eine Basis wollte, die mich überleben, mich beobachten, aufmerken ließ, was um mich her geschieht. Dass es dazu eines Berufes bedarf mit Beziehungen, Regeln und Konventionen, die zu verinnerlichen sind, war mir nicht voll bewusst. An der Universität herrschte tatsächlich Freiheit. Professoren mit Nazimanieren mied ich, andere besuchte ich mit Freud und Freundlichkeit, sie gaben mir was ich brauchte, belehrten mich ohne Zudringlichkeit und die üblichen Marotten der Schulmeister. Im Gegenteil, sie zeigten mir die Welt, benahmen sich vornehm und vorbildlich und ihr Verhalten war von jener unmerklichen Ironie durchsetzt, mit welcher Pädagogik überhaupt nur erträglich ist. Nichts erinnerte mehr an die Tortur, die ich bis zum Abitur hinter mich brachte. Mit Mühe, Ekel und Not. Nie wieder, schwor ich, aber es sollte anders kommen.

Ich war zu auffällig. Mein Temperament zu stark, als dass ich hätte unbemerkt durchrutschen können wie andere, die kaum Leistung erbrachten, aber still und bescheiden vor sich hinsummten und nie das geringste zu erdulden hatten an Kontrolle, Gehässigkeit, Sadismus und was es dergleichen mehr an deutschen Tugenden gibt in der Welt. Es ist seltsam, von einem Erbe abzuhängen, das man nie wollte, nie im Leben. Anderseits liegt es mir nicht den Antipatrioten herauszukehren, ich bin deutsch na und? Ich war nie ein Nazi, schon als Kind, als ich gar nichts davon wusste und kannte,  nicht. Das sagte ich mir immer schon. Ich weiß es ist nicht viel Ehrenhaftes daran, deutsch zu sein nach der Schande, die die Vorfahren anrichteten mit ihrer Hitlerei und ich weiß, es gibt auch Nachfahren, die mächtiger sind als sie selber glauben. Sie erkennen oft ihre Verpuppung gar nicht, sie wissen nicht dass man sie bloß verkleidete, dass sie sich selbst maskierten als und sich im Spiegel als Antifaschisten sehen, die sie nie waren und nicht sein können.

Das hat mich Jahre gekostet, hinter diese komplizierte Dialektik zu schauen, mich selbst von allen Verdächten zu reinigen, durch ein Antideutschtum zu gehen, das die absurdeste Verstellung war, die man sich vorstellen kann, und die nicht Besseres ist als das pure unmittelbare Sich- Anschließen- Wollen, daran, was gewissermaßen natürlich deutsch Sei. Nichts ist natürlich deutsch, aber genauso wenig gibt es natürliche Italiener oder natürliche Spanier. Sie alle, wir am meisten haben eine große Schande auf uns gespürt, die wir nicht abwerfen können ganz, die aber nicht als einzige Landesfarbe besteht, es gibt auch andere Dinge, Metaphern, Vorgänge, Gefühle, Lieder, die von weiter herrühren, die Novalis, Tieck, Schiller und ihre Zeitgenossen schon an sich hatten, liebten und kannten,  die nichts mit dem Hitlertum zu schaffen haben. Das galt es zu finden bewusst sich zu machen. Das dauerte. Das war ein langer Weg, auf dem es keinen äußeren Lohn gab, aber innerlich natürlich. Innerlichkeit welches deutsche Wort, ich bekenne mich dazu.

 

 

 



 

 

 

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Ein Brief

November 12th, 2008


Kam gerade von einer kleinen Reise zurück hierher, da fand ich folgenden Brief eines alten Freundes vor. Er hat sein Geld verloren, seine Alterssicherung durch den Finanzcrash, den Zusammensturz der Anlagen, auf die er sich eingelassen hat. Seine Frau ist krank und er findet keinen Rückweg mehr zu jenen Geldquellen, an denen er früher das eine oder andere Honorar abschöpfen konnte für Manuskripte, Texte und Artikel. Dieses Quellen sind ihm seit langem verschlossen, da er aufgehört hatte mit dem n üblichen Broterwerb und lieber seine Börsenspielchen trieb, die ihn jetzt zum armen Mann  machten.

Ich werde mich hüten das zu kommentieren,. Denn er fuhr ja sehr lange gut damit und wer hätte gedacht, dass das so in den Abgrund führen würde eines Tages. Ich? Nein, bestimmt nicht. 

Seine Pläne mit seiner kranken Frau in wärmere Zonen zu reisen, um dort eine Bleibe im Alter zu finden, die so aussichtsreich und simpel erschienen, sind jetzt ebenfalls erledigt.

Er sucht bei mir um Rat, ob ich nicht die eine oder andere Verbindung herstellen könnte für ihn, das wird schwierig

werden, ich weiß nicht, wie ich ihm antworten kann, natürlich kann er mir zur Hand gehen, aber auch meine Auftragslage ist ja nichts o großartig, aber natürlich, wenn er mir hülfe bei der Vorbereitung, er könnte ja ganz im Hintergrund bleiben, aber hier im Hotel mit seiner Frau, ich weiß nicht, ob ich das möchte. Ob es mir gefallen könnte die Beziehung, die ja nun auch schon sicher über Jahrzehnte lang währt, aus der Nähe ins Auge fassen zu müssen, ob mich das nicht restlos desillusionierte, wo doch die Fernbeziehung gerade zu ihm sehr lebendig erschien. Alternde Ehen sind, wenn nicht genügend Geld und Humor vorwaltet, ziemlich grausige Hütten der Betrachtung. Die Margot, wie flott und attraktiv war sie früher, man beneidete Frank um sie, und sie hielt treu zu ihm, immer. Sie war eine großartige Gastgeberin und zu manchem Spaß aufgelegt, gar nicht prüde, was einige von Franks Freunden auf dumme Gedanke brachte. Ich habe Margot schon ewig nicht mehr gesehen, sie leidet an einer schlimmen Arthrose im Knie wohl,

kann kaum mehr gehen.. ich muss zugeben ich habe einige male von ihr geträumt, ich stellte mir ziemlich unverhüllte Szenen mit ihr vor… aber ich wusste natürlich…und Franks Stolz auf ihre Treue, alles bewundernswert..jeder dachte doch, der Frank und die Margot das sind doch Glückinder dabei intelligent, humorvoll, da stimmte doch scheinbar alles und jetzt das… das leben kramt plötzlich Tücken und Launen hervor, mit denen kein Mensch gerechnet hat..          

 

Frank und ich, wir sind uns natürlich gut gesonnen. Wir haben uns aber nicht mehr allzu viel zu sagen, das wurde auch deutlich letztes mal, der Gesprächstoff ist zwar noch geblieben, der uns früher beschäftigte, doch die Schwärmerei, die Träumerei ist wie weggeblasen, bei mir wie bei ihm. 

Wir trafen uns ein zweimal im Jahr, wenn ich nach Berlin kam, an einem alten Erinnerungsort, meistens am Savignyplatz, tranken dort ein paar Gläser zusammen und schwelgten in alten Zielen und Projekten  umher. Jetzt, wenn er hier käme, wenn ich ihn einlüde, wozu ich mich fast verpflichtet fühle, wer weiß vielleicht sagt er ja auch von sich aus ab, ist ja möglich..

Ich überlege mir das erst einmal reiflich, bevor ich ihm antworten werde..   

 

Blinde Passagiere

Oktober 28th, 2008

beobachte in letzter Zeit, dass immer mehr Kleriker, Patres und Priester hier ankommen im Hotel und im Schutze der Diskretion und der Medienferne  sich mit Freunden und wohl auch mit Frauen treffen. Unter diesen meine ich sogar Nonnen in Zivil erkennen zu können. Aber ich muss aufpassen, dass ich meine Neugierde zügle, dass es nicht aufällt, wenn ich meine Beobachtungen hier fortsetze. Nonnen, wieso meine ich Nonnen zu erkennen? Erstens tragen sie sehr kurze Haare, ziemlich ansopruchslose, unmodische, ja ärmliche Kleider, wirken schüchtern, schauen sich dauernd ängstlich um, als könnten sie von irgendwem entdeckt werden, sprechen so leise, dass ihre Partner sie dauernd fragen müssen,was sie gemeint haben, da sie sie nicht verstehen. Auch ihr Lachen wirkt gehemmt, sie scheinen bisher kaum gelacht zu haben im Leben, sie erschrecken beinah, wenn sie lachen. Ihr Lächeln dagegen fällt ihnen leicht und sie scheinen täglich glücklicher zu werden, je länger sie da sind. Sie scheinen wie Engelswesen nie zu ermüden, immer hellwach. Auch sind sie zart und tragen keine Schmuckstücke, keine Ringe, keine Broschen und Ketten am Leib.

Es klingt paradox. Aber sie fallen durch Schlichtheit, durch Unauffälligkeit auf.   Aber  vielleicht ist das alles Quatsch, vielleicht sind es Geheimagenten, oder Sportler, die sich für ein paar Augenblicke der Öffentlichkeit entziehen wollen.

Ich werde mir eine Taktik überlegen, meinerseits einmal aus der Rolle zu fallen, um den Bann zu brechen. Denn sie müssen sich ja nicht verbergen, es ist hier ohne weiteres möglich mit offenen Karten zu spielen. Hier denunziert niemand einen anderen.

Ein neuer Gast

Oktober 22nd, 2008

hier ist neulich jemand eingetroffen, ich erblickte die exotische Frauensperson zuerst im Restaurant, die offenbar hier sich vor der Öffentlichkeit zu verbergen sucht. Hin und wieder erschrickt sie,wenn sie einen anderen Menschen mit einer Kamera sieht, sobald sie aber bemerkt, dass derjenige ein Privatmann,kein Professioneller ist, lockert sich ihre Haltung wieder. Sie empfängt immer wieder Besucher, die von weiter her zu kommen scheinen. Herr B. von der Geschäftsführung ließ neulich eine Bemerkung über sie fallen, die mich veranlasste nicht weiter nachzufragen, denn das wollte er allzu offensichtlich provozieren, um meine Sucht nach Neuigkeiten auf die Probe zu stellen. Nein, darum geht es mir nicht, ich merke doch wie sie größten Wert auf Diskretion und Geheimhaltung legt, das akzeptiere ich doch, sie scheint Recherchen anzustellen hier, ihre Besucher kommen mit vollen Taschen und verlassen das Hotel nach einigen Stunden ohne das Gepäck wieder. Vermutlich hat sie hier einen Ort gefunden, den einzigen, der keinen Wert auf Medienanbindung legt, obschon wie gesagt Medienräume für die Gäste zur Verfügung stehen. Aber das Hotel gewährt keinen Journalistenrabbat und lässt auch keine öffentlichen Veranstaltungen zu, die größeren Räume dienen allein privaten Zwecken und Anlässen. Kein Rotaryclub, keine politischen Versammlungen, keine PR-Events, nichts dergleichen findet hier statt. Die Gäste bleiben unter sich, können aber vereinzelet natürlich Besuche empfangen und für  Zusammenkünfte  mit ihren Gästen kleine und größere Räume mieten.

So geschieht es auch, dass der Philosoph vom Waldhaus drüben mit einigen seiner älteren Schüler einmal im Monat zusammentrifft in einem der großen Clubräume.

Die exotische Dame, deren Alter ich unmöglich schätzen kann, sie kann 40 aber auch 60 Jahre alt sein, ihre Haarfarbe ist schwarz, aber wer weiß ob sie darunter nicht schon graue Haare hat.Sie heißt Manon und ihr Begleiter scheint wesentlich jünger zu sein als sie, trägt aber grau meliertes Haar und passt auf zwei Rassenhunde auf und scheint auch als ihr Sekretär zu fungieren.

Es ist fabelhaft sie beide zu beobachten, ohne sie das merken zu lassen, ihre  Geschichte nicht zu kennen und sie sich doch ausdenken zu wollen. Natürlich warte ich insgeheim  auf die nächste Anspielung oder Nebenbemerkung Herrn Bs von der Geschäftsführung und gebe mich dann besonders desinteressiert daran. Denn mit wenigen Anhaltspunkten und Farbtupfern lässt sich trefflich eine eigene neue Geschichte erfinden, die gewiss die realen Begebenheiten bei weitem übertreffen wird.

Der Ernst des Sprachspiels

Oktober 14th, 2008

gestern auf der Lesung eines serbischen Wortspielers merkte ich wieder, dass die Deutschen kein Vergnügen an der Sprache um ihrer selbst willen, an der reinen Literatur, wie der Autor sagte, haben. Dabei ist der Autor durchaus nicht abgeneigt, politischen und aktuellen Inhalten Zugang zu seinem Medium zu verschaffen. Nur eben im Rahmen rein literarischer neuer Spielregeln, die manchmal aussehen wie tautologische Ringstraßen, Litaneien ins Unendliche und andere Rituale desSprechens und des Gesprochenen. Denn wie sagte Hofmannsthal, kaum macht einer den Mund auf, sprechen Tausende von Toten mit. Das ist die Bedingung heute, die mitgehört werden muss als Geräusch der Sprache. Der Veranstalter tat ein übriges für das Publikum, indem er statt den Autor selbst lesen zu lassen, der leidlich gut deutsch sprach,  einen Schauspieler engagierte, der sich sehr bemühte die ironsichen Pointen aus dem Text herauszuholen und dabei übertrieb, sodass dem Text wiederum das Gegenläufige, das scheinbar ganz Ernste fehlte. Die Literatur, wo es sich um eine solche von bleibendem Werte handelt, lädt oft zu Missverständnissen ein, da sie ja eben nie so aussehen sollte wie Literatur, das Publikum aber und auch die Schauspieler eben auf diese Effekte des Literaturhaften fixiert bleiben.

Es ist also eine schwierige Sache geworden, sie müsste mit äußerster Anstrengung inszeniert werden, sodass sie dann leicht und vergnüglich daherkäme, als könnte sie keinen ochsen auf den Berg hinauflocken, wo der Sinn aufgeladen bis zum Bersten dann plötzlich keine Aussicht frei gibt, sondern Schwärze, Unsichtbares, volle Dichte, das hieße zurückzugehen und noch einmal den Weg zu nehmen, freilich anders, mit neuen Erwartungen.

Deutsche Kultur?

Oktober 8th, 2008

heute Nacht kamen wir, der Philosoph vom Waldhaus nebenan und ich, auf den deutschen Kulturbegriff zu sprechen und stellten fest, dass er eine Leerstelle in der deutschen Sprache bezeichnet. Nicht  zufällig, scheint mir, erkennt auch das Grimmsche Wörterbuch das Wort nicht an. Im weitesten Sinne ist das Wort natürlich alles menschliche Tun und Lassen umfassend, oder wie die Kulturwissenschaft sagt der Antipode des  anderen weiten Feldes , das man  Natur nennt.

Abare was ist damit schon gewonnen. Nein, Kultur wurde politisch missbraucht gegen den europäischen Begriff der Zivilisation verwendet. Man wollte Höheres, konnte aber nicht sagen worin es genau bestand. Denn Kunst konnte ja nicht damit auch noch gemeint sein und doch schloss es Kunst mit ein, aber wie?

Die Künstler sagen, Kultur ist der Feind der Kunst, Kultur entschärft die Sprengsätze, besänftigt die Unruhe,  die moderne Kunst naturgemäß zu schaffen versucht.  Kultur ist also kunstfeindlich, affirmativ, ein Tranquilizer, den die Politik als  Sozialhelfer  funktionalisiert. Insofern ist moderne Kultur oder Kultur der Moderne ein absurder widersprüchlicher Begriff, der das Wesen der Dynamik als Beweggrund der Moderne still zu stellen beansprucht. Was für ein Unternehmen. Nein wir sagen besser statt Kultur Zivilisation, wie die Franzosen, und verzichten auf diesen alten wilhelminischen Eintopf, genannt deutsche Kultur. Solchermaßen einig gingen wir auseinander.

Verfall

Oktober 3rd, 2008

der Semantik, der Sprache, der Sitten bestimmt in allen Missgestalten unser öffentliches Leben. Man will ja niemand zu nahe treten und verdiente Biedermänner nicht unnötig Angriffen aussetzen. Aber uns als Bundespräsidenten einen Durchschnittsmenschen wie Horst Köhler vorsetzen oder einen kümmerlichen Lispler wie Öttinger zum Ministerpräsidenten eines Traditionslandes wie Baden Württemberg küren, das geht doch wirklich zu weit.  Dann können wir ja gleich TV-Moderatoren oder Volkssportler wie Beckenbauer, Gottschalk oder  Henry Maske zu Repräsentanten unserer Republik wählen. Ich will hier keine weiteren Eigennamen verbrennen, aber seit Kohl geht das so, dass ein Hinterbänkler nach dem anderen, bei den Frauen steht es keineswegs besser, vorderste Logenplätze beansprucht.

Man verliert allen Respekt vor den hohen Ämtern,wenn sie auf Dauer für Hinz und Kunz reserviert bleiben. Man hört gar nicht mehr hin, schaut weg, wenn offensichtlich ungebildete Leute, die keinen geraden deutschen Satz  zustande bringen, offizielle Phrasen dreschen dürfen über Bildungspolitik. Wie blamabel auch, wenn Vertreter unseres Volkes Migranten und einbürgerungswillige Fremde über ein Grund-Wissen abfragen wollen, das sie selber nicht haben.

Wie konnten wir soweit sinken? Hat uns das große Fressen den Verstand geraubt?  Wann begann das Übel? Ich vermute, beim Regierungsantritt Kohls – 1982/83 – fing die  obszöne Inflation aller Bedeutungen an.  Kohl kann bis heute nicht fehlerfrei deutsch sprechen, er kann es noch nicht einmal fehlerfrei ausssprechen. Und einem solchen Kanzler junbelten die Deutschen zu, gaben ihm ihre Stimme und ließen sich von ihm in den Abgrund führen.

Man muss sich dieses kollektiven Wahnsinns heute am Nationalfeiertag einmal erinnern.  Die CDU ist gewiss keine faschistische Partei, aber sie macht deutlich, dass wir die deutsche Geisteskrankheit des Nationalsozialismus keienswegs vollends überwinden konnten bis heute, dass wir sie nur zu verdrängen suchten und dabei eine Voraussetzung nach der anderen dafür, dass sie uns befallen konte,  wieder ans Licht bringen.

Unangenehm in eine solche Zeit der mühsamen Rekonvaleszenz hinein geboren worden zu sein.  Pech, der Schande nicht ausweichen zu können.